Modellmotoren  LÄNGLE 

Heißluftmotor HL-18
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Die Anwendung von Glas war für mich "Neuland" und ich dementsprechend als "blutiger Anfänger" mit allen Problemen konfrontiert, die viele Modellbauer für sich schon längst gelöst haben.

Die nachstehenden Ausführungen könnten vielleicht  auch anderen "Glasanfängern" etwas weiterhelfen und "unnötigen Glasbruch" auf ein unvermeidliches Minimum zu reduzieren.


Nachdem ich konkretere Vorstellungen über die Größe vom Verdrängerzylinder und -kolben hatte, habe ich  Apotheken der Umgebung abgeklappert und Reagenzgläser gekauft, die meine Bearbeitung auf richtige Länge nicht überstanden.

Die zweite Serie waren in Apotheken bestellbare Reagenzgläser, die in den Abmessungen näher an meinem Bedarf lagen, Bearbeitung gab auch zuviel Bruch!

Dann erhielt ich von einem Bekannten einen Tipp und von der Firma Häberle Labortechnik konnte ich Reagenzgläser aus DURAN mit 1,2mm Wanddicke bekommen, die gegen Aufpreis sogar auf die von mir gewünschte Länge reduziert und der Schnittrand angeschmolzen war.

Von mir selbst ausgeführte Kürzungen der Länge (ausgeführt mit Multifunktionsgeräten wie Proxxon oder Dremel und zugehörigen Trennscheiben ) gelangen ebenfalls ohne Bruch und mit akzeptablem Schnittrand.


Das nächste Problem war die Befestigung und weil ich an einem gekauften Motor Schwierigkeiten hatte (die O-Ringe fixierten das Glas nicht verlässlich), musste ich natürlich O-Ringe vermeiden.


Probe 1: Verdrängerzylinder

Das Reagenzglas mit Bördelrand ist in eine im Kühlkörper ausgedrehte Nut mittels Silikon-Dichtmasse eingekittet.

Das Reagenzglas hatte am geschlossenen Ende einen ca.  0,3mm größeren Außendurchmesser als am zylindrischen Teil des offenen Endes, das bedingte spürbares Spiel zwischen Reagenzglas und Kühlkörper, schlechten Wärmeübergang  und das Silikon nur in der Nut um den Bördel des Reagenzglases eine zu "weiche" Befestigung.


Das Bild zeigt den rohen Verdränger mit eingeschobener Zigarrenhülle


Fazit: bessere Lösung suchen:



Probe 2: Verdrängerzylinder

Das Reagenzglas mit glattem Rand erhält einen aufgekitteten Flansch aus einer 2Komponenten Knetmasse auf Epoxy-Basis und mit hohem Mineralstoffanteil (Form-A-Plast von Westfalia).

Vorsichtige spanabhebende Bearbeitung nach Aushärtung mit HM-Drehstählen klappte bei mir bei den dickwandigen Reagenzgläsern ( min. 1mm).

Stabile Befestigung mit Brille oder entsprechender Ausdrehung im Kühlkörper, Wärmeübergang wie Probe 1.

Glas Durchmesser 19mm, Flansche unbearbeitet

     Glas Durchmesser 30mm, Flansche bearbeitet


Fazit: bessere Lösung suchen:




Probe 3 und 4:Verdrängerkolben 

Die Verdränger-Kolbenstange erhält einen aufgeschraubten oder angelöteten Teller und eine lose durch die Stange geführte Scheibe.

Zwischen Teller und Scheibe wird ein Ring vorgenannter Knetmasse eingelegt, das Reagenzglas aufgeschoben und durch Ziehen an der Stange und Gegenhalten der Scheibe die Knetmasse so zusammengedrückt, daß sie innen am Reagenzglas anliegt und so aushärtet.

Die federnde Wirkung der eingeschlossenen Luft kann ein leichtes Verschieben des Reagenzglases bis zum vollständigen Aushärten ergeben, also immer wieder kontrollieren.

Diese federnde Wirkung kann ausgeschaltet werden, wenn als Kolbenstange ein Rohr verwendet wird. Dies hat den weiteren Vorteil, daß auch bei Betrieb des Motors der Innenraum des Verdrängers mit dem Umgebungsdruck verbunden ist und damit die Druckbeanspruchung des Glases erheblich reduziert wird.


 Glas Durchmesser 19mm


Fazit: Die Proben warten noch auf ihren Einsatz, weil ich im allerletzten Moment eine hinsichtlich Gewicht optimalere Lösung ( Zigarrenhülle ) verwendet habe.



Probe 5: Verdränger

Der Kühlkörper aus Al-Leg. erhält auf beiden Stirnflächen eine an die Aufnahmebohrung für das Reagenzglas angrenzende Nut von ca. 3x3mm. Die  Aufnahmebohrung ist ca. 0,1 bis 0,2mm größer als der Außendurchmesser des Reagenzglases. Nach der Nut bleibt ca. 3mm der Aufnahmebohrung als Führung bestehen und der Rest der Aufnahmebohrung wird ca. 2mm tief zu einer "Tasche" ausgedreht und eine von der Oberseite des Kühlkörpers in diese "Tasche" führende Bohrung gebohrt.

Nach dem Einsetzen des Reagenzglases werden die Nuten mit einem Kleber ( PUR-Klebstoff aus der Bauindustrie) gefüllt und geglättet, das gegenüber Silikon schnelle Härten des Klebstoffes (ca. 1h) erlaubt auch das Füllen der zweiten Nut nach einer angemessenen "Kaffeepause". Nachstehend ein Schnittbild des Verdrängers.



Das Aushärten des Klebstoffes erfolgt durch Reaktion mit Feuchtigkeit und wenn das Glätten des in die Nut eingebrachten Klebstoffes mit zusätzlicher Feuchtigkeit ( mit Wasser angefeuchtete Finger oder benetzte kleine Spachtel) erfolgt, dann quillt der Klebstoff etws über die Nut und der entstehende leichte Wulst kann zusätzlich gleich als Dichtung verwendet werden. Nachstehend die fertige Probe.



Fazit: Diese gezeigte Probe ist im Motor HL-18 im Einsatz.



Noch ein Hinweis zur "Tasche" im Kühlkörper:

Diese muß natürlich nicht sein, aber ich bin der Auffassung, daß der zwangsläufig entstehende Luftspalt zwischen Glasoberfläche und Kühlkörper nicht gerade der ideale Wärmeübergang vom Glas zum Kühlkörper darstellt.

Die vorgenannte "Tasche" kann nun mit "Kontaktflüssigkeit" (z.B. enthärtetes Wasser, Kühlerfrostschutz, Öl o.ä.)  gefüllt werden und ergibt so eine "Wärmebrücke" zwischen Glasoberfläche und Kühlkörper.

Die Nuten zwischen den Kühlrippen sind etwas breit geraten, sorry, aber ich hatte keinen schmaleren Abstechstahl zur Verfügung.



 


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Stand:   14.06.2001
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