| Modellmotoren LÄNGLE |
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Die
Anwendung von Glas war für mich "Neuland" und ich dementsprechend
als "blutiger Anfänger" mit allen Problemen konfrontiert, die viele
Modellbauer für sich schon längst gelöst haben.
Die zweite Serie waren in Apotheken bestellbare Reagenzgläser, die in den Abmessungen näher an meinem Bedarf lagen, Bearbeitung gab auch zuviel Bruch! Dann erhielt ich von einem Bekannten einen Tipp und von der Firma Häberle Labortechnik konnte ich Reagenzgläser aus DURAN mit 1,2mm Wanddicke bekommen, die gegen Aufpreis sogar auf die von mir gewünschte Länge reduziert und der Schnittrand angeschmolzen war. Von mir selbst ausgeführte Kürzungen der Länge (ausgeführt mit Multifunktionsgeräten wie Proxxon oder Dremel und zugehörigen Trennscheiben ) gelangen ebenfalls ohne Bruch und mit akzeptablem Schnittrand.
Das Reagenzglas mit Bördelrand ist in eine im Kühlkörper ausgedrehte Nut mittels Silikon-Dichtmasse eingekittet. Das
Reagenzglas hatte am geschlossenen Ende einen ca. 0,3mm größeren
Außendurchmesser als am zylindrischen Teil des offenen Endes, das bedingte
spürbares Spiel zwischen Reagenzglas und Kühlkörper, schlechten
Wärmeübergang und das Silikon nur in der Nut um den Bördel des
Reagenzglases eine zu "weiche" Befestigung.
Das Reagenzglas mit glattem Rand erhält einen aufgekitteten Flansch aus einer 2Komponenten Knetmasse auf Epoxy-Basis und mit hohem Mineralstoffanteil (Form-A-Plast von Westfalia). Vorsichtige spanabhebende Bearbeitung nach Aushärtung mit HM-Drehstählen klappte bei mir bei den dickwandigen Reagenzgläsern ( min. 1mm). Stabile
Befestigung mit Brille oder entsprechender Ausdrehung im Kühlkörper,
Wärmeübergang wie Probe 1.
Die Verdränger-Kolbenstange erhält einen aufgeschraubten oder angelöteten Teller und eine lose durch die Stange geführte Scheibe. Zwischen Teller und Scheibe wird ein Ring vorgenannter Knetmasse eingelegt, das Reagenzglas aufgeschoben und durch Ziehen an der Stange und Gegenhalten der Scheibe die Knetmasse so zusammengedrückt, daß sie innen am Reagenzglas anliegt und so aushärtet. Die federnde Wirkung der eingeschlossenen Luft kann ein leichtes Verschieben des Reagenzglases bis zum vollständigen Aushärten ergeben, also immer wieder kontrollieren. Diese
federnde Wirkung kann ausgeschaltet werden, wenn als Kolbenstange ein Rohr
verwendet wird. Dies hat den weiteren Vorteil, daß auch bei Betrieb des
Motors der Innenraum des Verdrängers mit dem Umgebungsdruck verbunden ist und
damit die Druckbeanspruchung des Glases erheblich reduziert wird.
Der Kühlkörper aus Al-Leg. erhält auf beiden Stirnflächen eine an die Aufnahmebohrung für das Reagenzglas angrenzende Nut von ca. 3x3mm. Die Aufnahmebohrung ist ca. 0,1 bis 0,2mm größer als der Außendurchmesser des Reagenzglases. Nach der Nut bleibt ca. 3mm der Aufnahmebohrung als Führung bestehen und der Rest der Aufnahmebohrung wird ca. 2mm tief zu einer "Tasche" ausgedreht und eine von der Oberseite des Kühlkörpers in diese "Tasche" führende Bohrung gebohrt. Nach
dem Einsetzen des Reagenzglases werden die Nuten mit einem Kleber (
PUR-Klebstoff aus der Bauindustrie) gefüllt und geglättet, das gegenüber
Silikon schnelle
Härten des Klebstoffes (ca. 1h) erlaubt auch das Füllen der zweiten Nut
nach einer angemessenen "Kaffeepause". Nachstehend ein
Schnittbild des Verdrängers.
Diese muß natürlich nicht sein, aber ich bin der Auffassung, daß der zwangsläufig entstehende Luftspalt zwischen Glasoberfläche und Kühlkörper nicht gerade der ideale Wärmeübergang vom Glas zum Kühlkörper darstellt. Die vorgenannte "Tasche" kann nun mit "Kontaktflüssigkeit" (z.B. enthärtetes Wasser, Kühlerfrostschutz, Öl o.ä.) gefüllt werden und ergibt so eine "Wärmebrücke" zwischen Glasoberfläche und Kühlkörper. Die Nuten zwischen den Kühlrippen sind etwas breit geraten, sorry, aber ich hatte keinen schmaleren Abstechstahl zur Verfügung.
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Stand: 14.06.2001
Auflösung 800x600